Bronchitis ernst nehmen!

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In der Regel wird die Bronchitis durch Infektionen mit Viren im Nasen-Rachenbereich - einen Schnupfen, eine Rachenentzündung oder einen grippalen Infekt - verursacht, die sich in die Bronchien und die kleinen Verzweigungen der Bronchien - die Bronchiolen - verlagert haben. Und das ist keineswegs so harmlos, wie oft allgemein angenommen wird.

Die Lunge hat, wie kaum ein anderes Organ, engsten Kontakt mit der Umwelt. Mit einer Oberfläche von fast 100 Quadratmetern ist sie täglich 20 bis 30 Kubikmetern Luft ausgesetzt, die für die lebensnotwendige Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxidabgabe benötigt wird.

Diese Luft enthält winzigste Schwebeteilchen, die in den Lungenbläschen hängen bleiben und durch einen Teppich aus Flimmerhärchen, die die Bronchien auskleiden, wieder hinausbefördert werden. Können die Flimmerhärchen ihrer Aufgabe durch eine zu große Belastung nicht mehr nachkommen, setzt ein Hustenreflex ein, um die Schadstoffe wieder los zu werden. Hier ist ein Husten eine ganz normale Notfallhilfe.

Hält dieser Reizhusten aber über einen längeren Zeitraum an oder tritt er als Folge einer Infektion des Nasen-Rachenraums auf, dann kann es sich um eine Bronchitis handeln. Es werden zwei Formen unterschieden: die akute und die chronische Bronchitis.

Die akute Bronchitis

Bei der akuten Bronchitis leiden die Betroffenen anfangs unter einem trockenen, schmerzhaften Reizhusten, oft verbunden mit Brennen im Brustbereich. Später wird der Reizhusten heftiger und ist mit Auswurf verbunden. Dieser ist zuerst schleimig, zäh und glasig, später auch schleimig-eitrig mit gelblicher bis grünlicher Verfärbung. Hinzu kommt leichtes Fieber.

Im Allgemeinen heilt eine akute Bronchitis bei unkompliziertem Verlauf nach zwei bis drei Wochen ohne weitere Folgen ab. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Am wichtigsten sind die Verflüssigung des Schleims und die Erleichterung beim Abhusten durch sogenannte Expektorantien.

Wesentlich für die Schleimverflüssigung ist das Trinken von größeren Mengen Flüssigkeit – Tee, Schorlen und Wasser bieten sich hier an. Die Einnahme von Hustenblockern ist nicht sinnvoll, da durch sie das Abhusten des Schleims vermindert wird.

Besser ist es, zur Linderung des Reizhustens pflanzliche Mittel einzunehmen. Kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion der Lungen, so wird in der Regel noch ein Antibiotikum verordnet.

Die chronische Bronchitis

Aus wiederholten akuten Bronchitis-Anfällen kann eine chronische Bronchitis entstehen. Häufigere Ursachen der chronischen Bronchitis sind jedoch andauernde Reizzustände der Bronchien durch Staub oder chemische Dämpfe sowie durch übermäßiges Rauchen.

Die Schleimhaut schwillt an und verklebt die Flimmerhärchen, sodass der natürliche Reinigungsmechanismus zusammenbricht. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Schleimabsonderung, die Bronchien verengen sich und verstopfen.

Dies erschwert die Atmung, so dass schon bei leichter körperlicher Bewegung die Luft knapp wird. Die chronische Bronchitis führt aber auch dazu, dass die Atemmuskulatur mit einem erhöhten Druck arbeiten muss, um beim Atmen die verstopften Bronchien zu überwinden.

Das führt jedoch zu einem erhöhten Druck im gesamten Lungenkreislauf und damit zu einer Schwächung des rechten Herzmuskels, der das verbrauchte Blut in die Lunge zu pumpen hat. Diese kann nach einigen Jahren zu einem tödlichen Versagen des rechten Herzmuskels führen.

... und ihre Behandlung

Bei der Behandlung der chronischen Bronchitis gilt zunächst absolutes Rauchverbot. Auswurffördernde und schleimverflüssigende Medikamente müssen mehr oder weniger als Dauertherapie eingenommen werden.

Zuweilen ist auch eine entzündungshemmende Behandlung mit Kortison notwendig. Bei bestehenden Verengungen der Bronchien ist darüber hinaus eine Behandlung mit bronchienerweiternden Medikamenten unumgänglich.

In schweren Fällen muss bisweilen der Schleim abgesaugt werden. Bei einer Schwächung des rechten Herzmuskels werden Digitalis-Präparate und entwässernde Mittel eingesetzt. Eine zusätzliche Atemgymnastik und ein Ausdauertraining mit geringer bis mäßiger Belastung verbessern die Beweglichkeit des Brustkorbes.